Ein Supermarkt streicht „Vegan“ von seinen Produkten. Einige sehen dies als Rückschritt und fragen, ob man sich von veganer Ernährung abwendet.
Eigentlich passiert das Gegenteil. Supermärkte machen den Großteil ihres Umsatzes vermutlich nicht mit überzeugten Veganer*Innen, sondern mit Menschen, die gern mal flexibel essen wollen. Menschen reagieren sensibel auf die Begriffe auf der Verpackung. Nicht nur wegen der Zutaten, sondern wegen der Wirkung der Worte.
Bei dm steht schon seit Jahren nicht das Wort „vegan“ im Fokus, dass Siegel reicht. Und genau diesen Weg geht wohl nun auch REWE. Studien* und Verkaufszahlen zeigen, dass Produkte, die vegan gelabelt sind, schlechter laufen, sobald sie als solche beworben werden.
Wenn es „pflanzlich“ heißt, kaufen viel mehr Leute das Produkt. Vegan wird oft mit Verzicht, 70er, Ökos oder Chemie in Verbindung gebracht, pflanzlich (& bio) klingt für viele natürlicher und gesünder.
Für Veganer*Innen ändert sich nichts. 🌱 Für den Markt ist es vielleicht ein Wendepunkt. Es gibt immer mehr Leute, die pflanzliche Produkte kaufen, ohne sich bewusst für ein Label entscheiden zu müssen. Genau so wird vegane Ernährung Schritt für Schritt, zum Alltag der breiten Masse.
Ist das ein kluger Hebel für mehr pflanzliche Ernährung?
Oder verliert vegan dadurch an Sichtbarkeit?
Fun Fact: Bier nach deutschem Reinheitsgebot war schon immer vegan.
*Studie: Journal of Environmental Psychology, Volume 93, February 2024, 102217 / Don’t say “vegan” or “plant-based”: Food without meat and dairy is more likely to be chosen when labeled as “healthy” and “sustainable”.

Schreibe einen Kommentar