Gedanken zum Wochenende. Musikstreaming wirkt bequem, fair und grenzenlos. Ein Klick und alles ist da, genau hier liegt der Missstand. Spotify hat unser Musikhören stark verändert. Weg vom bewussten Album, hin zur endlosen Playlist.
Für viele Musiker*innen hat das spürbare Folgen. Millionen Streams führen oft zu Einnahmen, die kaum zum Leben reichen. Sichtbarkeit entsteht nicht automatisch durch Qualität, sondern durch algorithmische Passform. Wer in Playlists landet, gewinnt, wer herausfällt, verschwindet.
Besonders problematisch ist ein weiterer Trend. Playlists werden zunehmend mit #KI erzeugter Musik aufgefüllt. Diese Stücke werden von sehr wenigen Menschen produziert, sind extrem günstig und perfekt auf die Logik der Plattform zugeschnitten. Je mehr solcher Titel gestreamt werden, desto weniger Geld fließt an echte Künstler*innen. Das System verschiebt Erlöse bewusst weg von kreativer Arbeit hin zu maximaler Marge.
Musik wird nicht nur entwertet, sie wird ersetzt. ☣️
Das Muster ist uns längst bekannt, billige Produkte verdrängen faire, standardisierte Ware verdrängt Vielfalt. Wie in der Mode durch Temu oder Shein. In analogen Lieferketten sprechen wir darüber längst kritisch. Bei digitalem Konsum blenden wir es oft aus, dabei gelten dieselben Fragen. Wer profitiert, wer zahlt den echten Preis?
Viele dieser Zusammenhänge sind recherchiert & eingeordnet im Buch „Mood Machine“, dass als Hintergrundquelle dient. Vielleicht ist genau das ein guter Moment, den eigenen Spotify Konsum nicht nur technisch, sondern auch ethisch zu betrachten. Liz Pelly beschreibt, wie aus einer Plattform für Musik ein inhumane Geldmaschine wurde.
Wenn wir also bei Kleidung, Lebensmitteln und Energie nach fairen Lieferketten fragen, sollten wir das auch bei Musik tun. Hör bewusster, folge echten Künstler*innen, kaufe Musik direkt und frage dich beim nächsten Klick, ob Bequemlichkeit wirklich alles sein kann.
Wie hörst Du? 🎧
Quelle: Liz Pelly – Mood Machine: The Rise of Spotify and the Costs of the Perfect Playlist

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