Meine 3 Fragen an…

Heute starte ich eine neue Serie hier auf LinkedIn. Kurz, ehrlich, persönlich. Mich interessiert, wie meine Kolleg*innen auf Themen schauen, die uns alle betreffen. Denn in der GLS Bank arbeiten viele kluge Menschen mit klaren Haltungen und eigenen Perspektiven.

Den Anfang macht meine Kollegin Nora Schareika. Sie hat kürzlich im Magazin der GLS Bank darüber geschrieben, was Frauen in Sachen Finanzen im Jahr 2026 erwarten dürfen. Genau daran knüpfe ich an. Hier kommen meine drei Fragen an Nora.

Was ist aus deiner Sicht die wichtigste Veränderung für Frauen im Jahr 2026 und warum genau diese?

Ein Perspektivwechsel. Er war schon lange fällig und ist jetzt notwendig wegen der Veränderungen, die in der Gesellschaft und in der Welt vonstatten gehen. Meine Perspektive geht weg von Defiziten und hin zu einem gewachsenen Bewusstsein für das, was Frauen bis jetzt erreicht haben. Das gilt es zu festigen und zu verteidigen, einen neuen weiblichen Stil zu prägen.

Dabei hilft mir immer wieder feministische Literatur. Wir sind in einer neuen Zeit, in der Frauenrechte und Diversität von manchen in Frage gestellt werden. Und paradoxerweise empfinde ich das als bestärkend, denn jetzt sehe ich viel mehr die Kraft.

Dieser Artikel hat mir neulich ganz neue Horizonte geschenkt.

Wo siehst du aktuell die größten Hürden für Frauen im Alltag, im Beruf oder bei Geldfragen?

Welche Freiheiten Frauen haben oder sich selbst einräumen, hängt von vielen Faktoren ab. Zwei davon sind ihr persönliches Umfeld und ihr Einkommen. Aus privilegierteren Positionen müssen wir mehr über den Tellerrand schauen. Persönlich erlebe ich immer noch oft, dass Kita oder Schule bei einem Problem zuerst bei mir anrufen. Gesellschaftliche Muster, die sich praktisch auswirken, bis hin zum Geldbeutel wegen z.B. Teilzeit. Das sind Anlässe, um sogenannten Mikrofeminismus auszuspielen. Ich kann dann zum Beispiel freundlich darauf hinweisen, dass das Kind auch einen Vater hat.

Doch wenn das Kind akut krank ist, ist es durchaus wahrscheinlich, dass ich meine Arbeit ruhen lasse und losfahre. Es nicht zu tun, ist in der Praxis eine schwierige Übung! Damit komme ich zum nächsten Punkt. Ich zum Beispiel habe in der GLS Bank eine äußerst frauenfreundliche und bewusste Arbeitgeberin. Doch die wenigsten Frauen haben Einfluss auf die Kultur im Betrieb ihrer Partner*innen. Wir brauchen also noch viel mehr männliche Allys, die sich in ihren Betrieben für eine Überwindung von Rollenklischees einsetzen. Das würde Freiraum schaffen.

Artikelinhalte

Was können Frauen schon heute tun, damit 2026 wirklich ein gutes Jahr für mehr Gleichberechtigung wird?

Die Selbstverständlichkeit der Gleichberechtigung, die wir wollen, leben und entsprechend auftreten. Ich beobachte das bei vielen jüngeren Frauen und nehme sie mir zum Vorbild. Wo Schwierigkeiten auftreten, solidarisch sein, füreinander einstehen, Allies aktivieren, klare Kante zeigen.

Und was wir immer tun können, ist an uns selbst arbeiten.

Es ist nicht die Wurzel, aber ein wichtiger Hebel. Mir hat zum Beispiel das Buch „Toxische Weiblichkeit“ sehr geholfen, mein Bewusstsein für die Thematik und meine eigenen Muster zu erweitern.

Vielen Dank Nora.

Hier geht es zum ganzen Artikel von Nora, im GLS Magazin.

Über Nora: Ich arbeite seit 2021 in der GLS Bank als Pressereferentin und war vorher in verschiedenen Redaktionen als Journalistin tätig. Ich verfolge immer noch sehr intensiv die Nachrichten und mich beschäftigen Klimakrise, Rechtsruck und der gerade beobachtbare Zusammenbruch der Weltordnung. Ich habe drei Kinder zwischen 2 und 13 Jahren. Mein Job und vor allem die Kolleg*innen dort helfen mir, auch das Positive zu sehen. Ich bin im Netzwerk der Eltern gegen Rechts in Düsseldorf aktiv, wann immer es die Zeit zulässt.

Zu Ihrem Linkedin-Profil.

Fotos: Stephan Muennich (Nora) / Tanja Münnich (Rouven)


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